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Samstag, 22. März 2014

Makedonia 2nd Try

 Letzten Herbst gings mit Mann (Stuffi,Hermi) und Maus (Kharo,Emi) auf eine Kletterneulandsuche gen Osten. Nach 2 Wochen blickten wir auf schöne Klettergebiete in Bulgarien zurück wo mir noch 2 klasse Erstbegehungen in der Karlokovo Höhle glückten und dem schon langsam "modern" gewordenen Bouldergebiet Prilep/ Macedonia mit über 30 Erstbegehungen. Bestes Wetter und viele liebenswerte Lokals ebneten uns den Weg.
Wenns die Zeit erlaubt gibts auch ein Topo zum neuen Sektor in Prilep!
Nun noch ein paar visuelle Eindrücke und ein schnuckeliges Video vom bouldern in Prilep!
Rocknroll Dirk













http://vimeo.com/89648615

Dienstag, 29. Juni 2010

Nordwestkante Falkenstein/ Thüringen

End of the Affair
Am 1.Juni 2002 begann eine Beziehung, die nun Leider (oder zum Glück?) am 20.Juni 2010 zu
Ende ging. `02 waren wir ein noch sehr ungleiches Paar. Die Nordwestkante des Falkensteins mit
ihren 90m Länge und 15m Überhang und meinereins mit einem Oberarmumfang von 20cm und 55
Kg Lebendgewicht. Von weitem muss das Schauspiel ausgesehen haben als würde Mickey Mouse
mit Dumbo kopulieren. Ich rackerte mich endlos ab um die Kante, die 1964 von Dieter Hengelhaupt
und Fritz Langenhan eröffnet wurde und mit A3/5+ bewertet wurde, zu besteigen. Nach knapp 40
Jahren waren auch einige der Fichtl in recht maroden Zustand und das macht die Sache schon
wieder spannend da der Technosport nun nicht zu meinem Lieblingskletterstil gehört.
Da ich aber alle Touren am Falkenstein klettern wollte musste ich in diesen Apfel beißen. Damals
schrieb ich in mein Tourenbuch „...geht Frei..wohl im 10ten Grad“. Damals hatte ich noch keine
Ahnung wie der 10te Grad ausschaut und bei einigen Stellen konnte ich mir keinen Reim daraus
machen wie das gehen soll.
Im Herbst des Jahres brach ich mir in den Staaten das Bein und die nächsten 2 Jahre war an den
10ten Grad nicht zu denken und so verblasste die Erinnerung an die Kante. Erst 2006 befand ich
mich wieder unter der Kante um einen erneuten Anlauf zu wagen „möglichst Frei“zu klettern. Einen
großen Teil der Route konnte ich nun schon wenigstens die einzelnen Züge machen doch „Frei“
waren lediglich die Flüge die ich beim Probieren hatte. Zweimal gingen die Flüge zu weit das die
morschen Fichtl aus der Wand flogen und mir auf den Schädel krachten. Da aus Mickey Mouse nun
so langsam „ Master Splinter“ wurde, passte das noch anfangs so ungleiche Paar doch schon besser
zusammen.
Ein Jahr darauf ersetzte ich die heraus gestürtzten Haken durch solide Bühler und machte einen
erneuten Versuch die Matrix durch die senkrecht geschichteten Porphyrplatten zu entschlüsseln.
Nach 50m an der Kante entlang, gelang es mir aber dann doch nicht die fehlenden Bausteine für
eine Freie Begehung zu finden. So ließ ich „erstmal Eis über die Sache wachsen“ und fuhr in andere
Länder um an ähnlich festen Gestein (Dolomiten ;)) zu klettern.
Dieses Jahr konnte ich nun endlich wieder Jemand für den Falkenstein begeistern was ja nicht
immer so war. Erstrecht nicht wenn man das Hülloch und den Monte Arturio um die Ecke hat. Wer
will auch schon freiwillig eine Stunde laufen und dann noch feststellen das es regnet und das
Thermometer auf 0 steht. Die Nähe zum Rennsteig lassen oft ein besonderes Klima, am 100m
hohen Klumpen, zu. Nach dem diesjährigen kalten Winter hoffte ich auf „positive“ Veränderung
der Griffe an der Kante ;) .
Und Tina fands auch Klasse nach dem letzten Yosemite Urlaub wieder höhere Berge als die
Marienthaler Wand oder den Weißenstein zu besteigen. Die Sonne die seit Juni wieder regelmäßiger
schien ließ auch die letzten Schneereste im Schmalwassergrund tauen und so stand einem
Falkensteinwochenende nix mehr entgegen.
Na fast nix!
Es regnete ab Sa. abend und so blieb mir nur die Freude über ein erfolgreiches Ausbouldern bei
dem alle Züge gingen. Die Woche drauf konnte ich Erna und die „Donnerstagsklettergruppe“ fürs
„alpine Gewänd“ überreden. 2 Meter nach den schwersten Stellen musste ich nun durch nassen
Bruch wühlen und so setzte ich beim nächsten Besuch 2 Haken eine Meter nach rechts um über
festen Fels den Gipfel zu erreichen.
Das jährliche Sektionswochenende stand vor der Tür und Tina ließ sich auch wieder auf ein
Wochenende „im Wald“ ein. Fr. und Sa. liefs schon gut sehr gut mit dem Ausbouldern und abends
fings wie so oft an zu regnen. Ich sah schon wieder die „Felle wegschwimmen“ doch der Sonntag
zeigte sich von seiner besten Seite. Bewölkt und Wind versprach Gripp von feinsten! Gleich der
erste Versuch endete in der Cruxpassage mit weiten Zügen an Seitgriffen. Die tollen Haken
funkelten mich beim klettern an, aber klippen konnte ich sie beim besten Willen nicht so
ausgefahren wie die Züge waren. Das Fluggelände war aber mit 50m Luft unter den Sohlen bestens
präpariert und ich war guter Dinge heut noch den Gipfel zu erreichen.
Im nächsten war es dann soweit. Erna kletterte sein langes Projekt „Esperanto“ und die Stimmung
war auf „Peak“ eingestellt.
Die erste Sl. (9-) lief wie im Schlaf und die vielen Zuschauer an der Bergwachthütte machten sichs
mit Hopfenkaltschalen gemütlich. Die glatten Platten der Westseite der Kante an der geklettert wird
bieten heute beste Reibung und so komme ich frisch an der Crux an. 3 Deadpoints später versuche
ich Mittels lautstarken „Ausatmen“ leichter zu werden und so den nötigen Auftrieb für den letzten
Zug in einen Untergriff zu bekommen. Die Taktik geht auf und ich stehe auf der Platte unter dem
letzten Dach. „Nun nur nix vermasseln“ denk ich mir am Schüttelpunkt. Es passte alles! Und nach
weiteren 10m stand ich am Ende der 2ten Seillänge. Unter lautem Beifall aus Richtung
Bergwachthütte klippte ich den Stand und eine Erleichterung machte sich breit. Ich zog das Seil
durch die Exen und warf es auf den Boden zurück. Tina stand immer noch an Fuße der Kante und
ich kletterte die 3te Seillänge noch 10m hinauf bis mich Tina aus der Sicherung nahm und ich die
letzten 20m das Seil hinter mir her schleifte bis ich den Gipfel erreichte. Nach dem Pflichteintrag
im Gipfelbuch gings wieder rückwärts die Tour hinunter. Ich musste ja die 30 meist 1m langen Exen
wieder ausbauen.
Nach dem Spiel ist vor dem Spiel!
So endet die Affaire mit einer der tollsten Linien in Thüringen.
Dank an alle Sicherer über die Jahre!
Danke Dinte, Nils,Kai, Hannes,Erna und Tina für eure Geduld!
Und hoffe auch insgeheim, das der Falkenstein wieder etwas mehr „in Mode“ kommt und immer
wieder Kletterpartner für Thüringens größten „Klumpen“ zu finden sind.





Mein Bild
Wie immer auf der suche nach Felsen